TALK Projekt

TALK ist ein Reutlinger Jugendantidiskriminierungsprojekt seit Herbst 2013. Mit wöchentlichen Schulbegleitende Workshops im Bereich Hip-Hop.

Entstehung

Als im Herbst 2010 ein Schwarzer Jugendlicher die rassistische Türpolitik eines Clubs in Reutlingen (ihm wurde wiederholt der Zutritt verwehrt) nicht mehr hinnehmen wollte, fand er in der Stadt und er gesamten Region keine Unterstützung, keine Beratung und kein offenes Ohr für sein Anliegen, sich gegen den erlebten Rassismus zu wehren. In dieser schwierigen Situation fand er Hilfe in einem Beratungsangebot im fernen Berlin, zeigte die Discobesitzer an und gewann den Fall. Die gerichtliche Klage erhielt Ende 2011 in zweiter Instanz Recht auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes (AGG). Für viele Menschen in der Stadt und der Region wurde bei Bekanntwerden des Vorfalls klar, dass Jugendliche und Erwachsene, die mit Diskriminierung konfrontiert sind, angemessen betreut, beraten und unterstützt werden müssen und der Mangel daran in der Region nicht zu akzeptieren ist. Es entstanden daraufhin wichtige Initiativen und Gesprächskreise – unter anderem auch die Idee eines Kunstprojekts für Jugendliche im Kulturzentrum franz.K: das “TALK Projekt” wurde konzipiert und im Sommer 2013 auf den Weg gebracht.

Konzept

Es werden zwei wöchentliche Hip Hop Workshops im Bereich ‘HIP-HOP TANZ’ und ‘RAP Music’ angeboten, welche wöchentlich oder in Kompaktphasen in den Schulferien stattfinden. Der Zeitraum des Projekts ist von September bis Juli schuljahresbegleitend angesetzt. Das Projekt richtet sich an Menschen im Alter zwischen 14 – 18 Jahren. Vorrangig ist es für Jugendliche konzipiert, die in der Gesellschaft eine Form von Ausgrenzung erfahren: zum Beispiel durch einen zugeschriebenen oder tatsächlichen Migrationshintergrund, aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, einer Behinderung, ihres sozialen Status, ihrer Bildungsmarginalisierung oder ähnlichem. Aber auch Jugendliche, die nicht negativ von Diskriminierung betroffen sind oder dies nicht so empfinden, können selbstverständlich an dem Projekt teilnehmen. Die Teilnehmer*innen werden bei der Erarbeitung eigener Songs oder Choreografien von Fachkräften (Coaches) begleitet, unterstützt und angeleitet. Ihre kreativen Ideen und die erarbeiteten Werke werden in einer jährlichen großen Abschluss-Show zusammengeführt, bei deren Umsetzung und Planung sie auch partizipieren. Auch externe Shows bis hin zur kleinen Tour sind keine Seltenheit mehr. Darüber hinaus stehen den Jugendlichen während des kreativen Prozesses zusätzlich Mentor*innen zur Seite, die die künstlerische Arbeit unterstützen und begleiten, indem sie den Teilnehmenden über den kunstpädagogischen Input hinaus Möglichkeiten zur Diskussion und Reflexion geben, für Einzelgespräche zur Verfügung stehen u.v.m. Am Ende des Projekts findet eine Inszenierung auf der großen Bühne im Kulturzentrum franz.K in Reutlingen statt – je nach Verlauf und Wunsch der Jugendlichen kann dies eine öffentlich beworbene Veranstaltung oder eine interne Veranstaltung mit Verwandten und Freunden sein.

TALK im Socialmedia

alle News: www.facebook.com/TALKprojekt
alle Bilder: www.instagram.com/TALKprojekt
alle Songs: www.soundcloud.com/TALKprojekt

Unsere Förderer:

Logo der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg Das Netzwerk Antidiskriminierung e.V. bzw. adis e.V. wird gefördert durch das Förderprogramm „Lokal vernetzen – demokratisch handeln“ der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg (LAGO).
Logo der GWG Reutlingen
Logo der Bruderhaus Diakonie
Logo des franzK
Logo des Landesprogramms "Demokratie stärken! Baden-Württemberg gegen Menschenfeindlichkeit und Rechtsexremismus"

 

Ansprechpartner_in für die Projektkoordination:

Marjam Kashefipour: marjam.kashefipour@nw-ad.de