Veranstaltung 1,5 qm Stoff und Debatten ohne Ende – Der pädagogische Diskurs zum Kopftuch bei Jugendlichen (Audiomitschnitt und Rückblick)

Für den (gekürzten) Audiomitschnitt der Wüsten Welle hier klicken.

Am 10. Juli hat adis e.V. gemeinsam mit dem Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik und dem Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen zu einer Diskussionsveranstaltung geladen (mehr Infos: https://www.rassismuskritik-bw.de/15-qm-stoff-und-debatten-ohne-ende/). Nach einer weitgehend sachlichen und differenzierten Diskussion der geladenen Pädagog*innen hat das Leserbriefecho im Schwäbischen Tagblatt dem Titel der Veranstaltung alle Ehre gemacht … Debatten ohne Ende.

Der hier angegriffene adis-Geschäftsführer Andreas Foitzik reagierte darauf im Schwäbischen Tagblatt im Namen des Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik:

“Liebe Leserbriefschreiber*innen (liebe Dorothea und Rita!), wären Sie auf der Veranstaltung gewesen, hätten Sie ein Podium erlebt, auf dem vier Kolleginnen aus unterschiedlicher pädagogischer Perspektive differenziert nach Antworten auf komplexe Fragen suchen, die nicht in das Format eines Leserbriefes passen. Eine Kollegin, die in der Beratungsstelle Yasemin muslimische Mädchen und junge Frauen unterstützt, sich aus familiären Kontexten zu befreien, hat berichtet, wie manche dieser Mädchen unter den Anfeindungen gegen ihre Kopfbedeckung leiden und für einzelne gerade in dieser Situation das Kopftuch an Bedeutung gewinnt. Für uns als Pädagog*innen sind einfache schnelle Antworten „Gift“ für unser professionelles Handeln. Wir müssen uns in jedem Fall mit der einzelnen Person auseinandersetzen. Dies war auch die Leitlinie unserer Stellungnahme (nachzulesen unter www.rassismuskritik-bw.de/aufrufe), unterschrieben von namenhaften Professor*innen wie dem Tübinger Emeritus Hans Thiersch und vielen Verbänden. Gerne können wir uns zu einem weiteren Austausch treffen und in aller Ruhe reden. Es ist genug polarisiert zu diesem Thema.

Nur einen Punkt will ich richtigstellen. Auf dem Podium haben alle eindrucksvoll von Situationen berichtet, in denen sie selbst oder ihre Klient*innen alltäglich antimuslimischen Rassismus erleben und es war beeindruckend zu sehen, wie stark sie damit umgehen. Es hat bei der Veranstaltung aber niemand Terre des Femmes des „antimuslimischen Rassismus“ beschuldigt.