Rückblick 06.06.: Eröffnung adis-online

Am 06.06. fand die Eröffnungsveranstaltung der adis-online Beratung statt. Sechs Berater*innen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen leisten ab sofort Beratung per Mail, Chat oder auch per Videochat. Zu Beginn sprach Karin Amos (Erziehungswissenschaften TÜ) ein Grußwort, in welchem sie die bereits Jahre währende, „fruchtbare Kooperation“, das Zusammenspiel aus Theorie und Praxis, lobte.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Andreas Foitzik sprach Borghild Strähle (beide adis e.V.) über die Antidiskriminierungsarbeit. Es gehe im Kern darum „Diskriminierung zu erkennen und zu handeln“ und gab einen kurzen Einblick in die Kooperationen von adis e.V., u.a. mit der Stadt Tübingen und der Universität (Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung). Andreas Schmitt (Stadt Mannheim) stellte anschließend die LAG Antidiskriminierungsberatung in Baden-Württemberg vor. Das zentrale Ziel sei es gewesen, ein qualifiziertes Beratungsangebot in die Fläche zu bringen. Durch die Online-Beratung wurden hier weitere Zugänge geschaffen.

Manfred Lucha (Minister für Soziales und Integration) erinnerte in seinem Grußwort an den Diversity Tag, der sich am Vortag zum 6. Mal jährte. Er möchte Vielfalt als Stärke verstanden wissen. Vorurteile, so Lucha, hat jede*r, Angst jedoch „ist ein schlechter Ratgeber“.  Die beste Antwort stelle für ihn Zusammenhalten, aufeinander aufpassen und Teilhabe dar. Zum Abschluss zitierte er Hannah Arendt: „der Sinn von Politik ist Freiheit“ und unterstrich die schützenswerte Verletzlichkeit derselben.

Christine Arbogast (erste Bürgermeisterin der Stadt Tübingen) nannte die Veranstaltung einen „würdigen Auftakt für einen Meilenstein“ in der Antidiskriminierungsarbeit. Eine Demokratie, so Arbogast, lebe vom Glauben an einen gemeinsamen Grundkonsens. Dieser jedoch stelle keine Selbstverständlichkeit dar, wie die alltägliche Ausgrenzung von Menschen zeige. Als wichtigen Bestandteil im Vorgehen gegen Diskriminierung hob sie das sich-selbst-Hinterfragen hervor, außerdem Bildung, Teilhabe und die Förderung von Beratungsstellen. Zuletzt dankte sie adis e.V. und gab den Anwesenden mit auf den Weg: „Bleiben Sie stark!“.

Im Anschluss an die Redebeiträge moderierte Susanne Belz (Antidiskriminierung Stuttgart) eine Gesprächsrunde, in welcher Diskriminierung aus Perspektive von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen und deren Berater*innen thematisiert wurde. Die Bedeutung von professionellen Beratungsstellen, welche Unterstützung gegen die alltägliche Diskriminierung bieten können, wurde hier deutlich.

Dass Antidiskiminierungsarbeit nicht nur Beratung, sondern immer auch Empowerment im Sinne einer Selbststärkung bedeuten muss, unterstrich Marjam Kashefipour in ihrem Beitrag und stellte in diesem Zusammenhang drei Empowerment Projekte von adis e.V. vor.

Zuletzt sprach Annagreta König Dansokho (adis e.V.) über die neuen Beratungsmöglichkeiten via adis-online. Dabei wurden zwei ganz entscheidende Vorteile deutlich: die Reichweite – auch ländliche Gegenden werden auf diesem Wege erreicht – und die Niederschwelligkeit des Angebots. Die Homepage von adis- online ist zwar noch nicht ganz fertig – das Wichtigste aber – die Beratung – ist bereits möglich.

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